Konstruktion: Tempus_Präteritum:V-te

In Koblenz sind einige der preußischen Festungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben. Die Preußen
{
KE:Verbstammbau
KE:Präteritalmorphemt
KE:Flexionsmorphemen
}
damals die Stadt als eines der umfangreichsten Festungssysteme Europas aus .

2F39D9...342084
Koblenz. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 01.01.2026.

Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie synthetische_Verbformen

Die Konstruktion wird in der Literatur bzw. in Grammatiken auch thematisiert unter:

Konstruktionstyp:

Morphologische Konstruktion

Morphologische Konstruktion: Wortform

Struktur/Form der Konstruktion:

Verbstamm_SUFF(Pers/Num)

Verbstamm_t_SUFF(Pers/Num)

Verbstamm_te_SUFF(Pers/Num)

Bei der Konstruktion Tempus_Präteritum:V-te (Kxn) handelt es sich um eine synthetische Tempusform, bei der „eine oder auch mehrere syntaktische Funktionen in einer Wortform“ ( grammis-Eintrag) realisiert werden. Die Konstruktion verweist auf Ereignisse, die relativ zur Sprechzeit zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit geschehen sind (vgl. Imo 2016: 43, grammis-Eintrag). Temporaladverbialia können die zeitliche Einordnung konkretisieren (siehe Modifikation_Ereignisumstand:(VP_XP)VP). Die Konstruktion wird nach drei unterschiedlichen Mustern gebildet:

  1. Durch einen verbalen Stamm, das Präteritalsuffix -t(e) und eine Personalendung: schau+t+en (bei schwachen Verben);
  2. Durch einen Verbstamm mit Vokalwechsel und mit einer Personalendung: ging+st (bei starken Verben);
  3. Durch Vokal- oder Vokal- und Konsonantenwechsel im Verbstamm in Kombination mit dem Suffix -t(e) und einer Personalendung: kann+te+n, dach+te+st (bei unregelmäßigen Verben)

Die Konstruktion besteht aus den internen Kern-Konstruktionselementen (Kern-KE) KE:VerbstammVerbstamm bzw. KE:PräteritalverbstammPräteritalverbstamm, KE:PräteritalmorphemPräteritalmorphem und KE:FlexionsmorphemFlexionsmorphem.

Morphosyntaktische Komplexität & Kategorie

komplexes WortFlexion
Schematizität Idiomatizität Beschränkungen
1.0 unidiomatisch ja (formseitig)

Konstruktionselemente (KE) Kern Konstruktionselemente mit lexikalisch festen Instanzen (KE-lex)

Konstruktionselemente (KE) Kern Weitere Konstruktionselemente (KE)

Verbstamm

Erfordert:Präteritalmorphem

Schließt aus:Präteritalverbstamm


Bei dem internen Kern-KE KE:VerbstammVerbstamm handelt es sich um ein Basismorphem, das semantische Informationen beinhaltet und das mit dem Suffix KE:Präteritalmorphem-t(e) und einer KE:FlexionsmorphemPersonalendung kombiniert wird. Der unveränderte KE:VerbstammVerbstamm wird nur bei schwachen Verben realisiert.

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

Vom Glockenturm
{
KE:Verbstammexistier
KE:Präteritalmorphemt
KE:Flexionsmorpheme
}
auch nachher nur das Fundament . Der Innenraum der Kirche war flach gedeckt und hatte seitliche Emporen.

91475F...010F10
Kirche Niebudszen. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 29.12.2025.
Präteritalverbstamm

Die Konstruktion kann mit einem unveränderten KE:VerbstammVerbstamm oder aber mit einem durch Vokal- und Konsonantenwechsel veränderten KE:PräteritalverbstammPräteritalverbstamm realisiert werden. Das Präteritum von starken Verben wird aus dem KE:PräteritalverbstammPräteritalverbstamm und einem KE:FlexionsmorphemFlexionsmorphem gebildet; das KE:PräteritalmorphemPräteritalsuffix fällt hier weg.

Starke Verben weisen Vokal- (nehmennahm, laufenlief, kennenkannte) und manchmal Konsonantenwechsel (denkendachte, bringenbrachte) auf (vgl. Elsen 2014: 179). Trotz der Lautwechsel werden diese verbale Stämme als Allomorphe zur ursprünglichen Form gesehen: {sprach} ist ein Allomorph zu {sprech}, {nahm} zu {nehm} usw. (vgl. ebd.: 180).

Auch unregelmäßige Verben weisen einen KE:Präteritalverbstammveränderten Verbstamm auf. Im Gegensatz zu starken Verben werden sie aber zusätzlich auch mit einem KE:PräteritalmorphemPräteritalmorphem versehen.

Beispiel:

Ich möchte nicht, dass es wieder so wird, wie es einmal war. Du sagtest , bevor du mich
{
KE:Präteritalverbstammtraf
KE:Flexionsmorphemst
}
, warst du nur eine Krankheit .
KE:PräteritalmorphemCNI
Ich war eine Projektion von Photonen, zusammengehalten von Kraftfeldern.

DAD45C...B63D1F
"Star Trek: Voyager" Lifesigns, 1996 (Filmuntertitel)
Präteritalmorphem

Das interne Kern-KE KE:PräteritalmorphemPräteritalmorphem wird durch das Tempussuffix -t realisiert, das die Präteritumform des Verbs signalisiert. Bei starken Verben wird dieses KE nullinstantiiert. In diesen Fällen wird das Tempus durch Lautwechsel ( KE:PräteritalverbstammPräteritalverbstamm) markiert. Wenn es realisiert wird, steht das Suffix KE:Präteritalmorphem-t zwischen dem KE:VerbstammVerbstamm und der KE:FlexionsmorphemEndung.

In der zweiten Person Singular und Plural tritt eine Variante mit Schwa (-te), um eine Silbigkeit der Endung zu erzeugen (siehe z. B. machtest) (vgl. Grammis).

(Gegebenenfalls wird immer -te als Präteritalsuffix angenommen; in diesem Fall entspräche aber das Präteritalsuffix in der 1. Person Singular dem Flexionssuffix.)

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

Oh , aber sie roch nach Formaldehyd . Und ihre Haut , selbst nachdem ich sie
{
KE:Verbstammentfern
KE:Präteritalmorphemt
KE:Flexionsmorpheme
}
, war kalt und starr . Haben Sie je die Harlow-Studien gelesen oder davon gehört?

6EA6B2...558F5C
("American Horror Story" The Origins of Monstrosity, 2012 (Filmuntertitel)
Wo er auf die Küste trifft, ist ungewiss, doch wir werden sämtliche Informationen auswerten und Sie auf dem Laufenden halten. " Wie die Ärztin vorhergesagt hatte ,
{
KE:Verbstammentwickel
KE:Präteritalmorphemte
KE:Flexionsmorphemst
}
du dich normal und gesund . Du wirst ihr einen richtigen Vater suchen müssen.

BAC359...701944
The Curious Case of Benjamin Button, 2008 (Filmuntertitel)
Flexionsmorphem

Das KE:FlexionsmorphemFlexionsmorphem kann durch eine begrenzte Anzahl von Suffixen realisiert werden: -(e)st (2. Pers. Sg.) , -(e)t (2. Pers. Pl.) und -(e)n (1. und 3. Pers. Pl.). Die Form der Endung hängt vom Subjekt des Satzes, mit dem das Verb in Person und Numerus übereinstimmen muss, ab. Somit trägt dieses Kern-KE für grammatische Informationen Person und Numerus.

In der 1. und 3. Person Singular ist dieses Kern-KE bei starken Verben stets nullinstantiiert (a, b) (vgl. Eismann/Thurmair: 240).

a)

Die wollten mich jetzt nur schnell wieder loswerden, hatte ich das Gefühl. Zuerst
{
KE:Präteritalverbstammbekam
}
ich meine Habe wieder , die Schuhe waren auch kaputt . Aber zum Glück war meine Brille dabei .
KE:FlexionsmorphemCNI
KE:PräteritalmorphemCNI

919182...394973
Ab durch die Mitte - Mit dem Motorrad durch den Mittelpunkt Europas (Reisebericht): -Estland- Mittsommer anders. In: Wikibooks. 05.12.2025.

b)

Ryanair übernahm mit der KLM-Tochter buzz auch die Strecke Schönefeld–London, V Bird startete Flüge nach Weeze. Germanwings
{
KE:Präteritalverbstammflog
}
seit Herbst 2003 nicht mehr vom Flughafen Tegel , sondern von Schönefeld aus verschiedene nationale Ziele an .
KE:FlexionsmorphemCNI
KE:PräteritalmorphemCNI

3ADFDB...B73607
Flughafen Berlin-Schönefeld. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 28.12.2025.

Je nach Verb folgt die KE:FlexionsmorphemPersonalendung direkt auf den KE:VerbstammVerbstamm (c) oder auf das Suffix KE:Präteritalmorphem-te (d).

c)

Ich möchte nicht, dass es wieder so wird, wie es einmal war. Du sagtest , bevor du mich
{
KE:Präteritalverbstammtraf
KE:Flexionsmorphemst
}
, warst du nur eine Krankheit .
KE:PräteritalmorphemCNI
Ich war eine Projektion von Photonen, zusammengehalten von Kraftfeldern.

DAD45C...B63D1F
"Star Trek: Voyager" Lifesigns, 1996 (Filmuntertitel)

d)

Ich pfeif auf die Wohnung. Tu nicht so , als
{
KE:Verbstammmach
KE:Präteritalmorphemte
KE:Flexionsmorphemst
}
du mir immer Geschenke . Du tust mir weh!

D61A9E...47F16D
Gruppo di famiglia in un interno, 1974 (Filmuntertitel)

Evoziert die folgenden Frames:

Kern-KE-Sets
VerbstammPräteritalmorphemFlexionsmorphem
PräteritalverbstammFlexionsmorphem
PräteritalverbstammPräteritalmorphemFlexionsmorphem

Konstruktionselemente (KE) Nicht-Kern

Konstruktionselemente (KE) Korrelierende Elemente (KorE) exemplarisch

Eisenmann, Volker / Thurmair, Maria (1993): Wie schwer soll die deutsche Grammatik sein? Ein Erklärungsmodell für die Konjugation, Deutsch als Fremdsprache 30, 238–245.
Elsen, Hilke (2014): Grundzüge der Morphologie des Deutschen, 2. aktualisierte Aufl., Berlin/Boston: De Gruyter.
grammis. Grammatisches Informationssystem, https://grammis.ids-mannheim.de/.
Imo, Wolfgang (2016): Grammatik. Eine Einführung, Stuttgart: J.B. Metzler.