Konstruktion: Kategorisierung_metaphorisch:NP_fällt_nicht_weit_vom_Stamm

Der Apfel steht auch für Frucht an sich und dadurch allgemein für Fruchtbarkeit.
{
KE:EntitätDer Apfel
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}
heißt so viel wie „ das Kind ähnelt seinen Eltern “ . • Wenn bei Darstellungen der Heiligen Familie auch der Apfelbaum oder ein Behälter mit geernteten Früchten hinzutreten, so wird auf die wunderbare Fruchtbarkeit Mariens oder Annas hingewiesen.

4EFE9E...238B48
Kulturapfel. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 10.09.2025.

Kurzname der Konstruktion:

Kat.:X_fällt_nicht_weit_vom_Stamm

Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie Kategorisierung:S

Die Konstruktion wird in der Literatur bzw. in Grammatiken auch thematisiert unter:

Konstruktionstyp:

Syntaktische Konstruktion

Syntaktische Konstruktion: Phraseoschablonen/Phrasemkonstruktionen

Struktur/Form der Konstruktion:

NP_fällt_nicht_weit_vom_Stamm

Die Konstruktion Kategorisierung_metaphorisch:NP_fällt_nicht_weit_vom_Stamm ist eine teillexikalisierte „modellartige Struktur mit Leerstellen“ (Stumpf 2016: 337), die sich durch „seriell verlaufende Substitutionsvorgänge“ (Stutz 2024: 259) aus dem lexikalisierten Sprichwort Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. herausgebildet hat. Die Konstruktion gehört zu der Familie Kategorisierung:S und drückt „ Ähnlichkeit zwischen Eltern und Kindern“ ( zum SWB-Eintrag) aus. Der freie Slot wird immer von Nominalphrasen besetzt.

Die obligatorischen Bestandteile der Konstruktion sind das lexikalisch feste Kern-Konstruktionselement (KE-lex) fällt_nicht_weit_vom_StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm und das interne Kern-Konstruktionselement (Kern-KE) KE:EntitätEntität.

Morphosyntaktische Komplexität & Kategorie

einfacher SatzV2
Schematizität Idiomatizität Beschränkungen
0.5 idiomatisch ja (formseitig + semantisch/pragmatisch)

Konstruktionselemente (KE) Kern Konstruktionselemente mit lexikalisch festen Instanzen (KE-lex)

fällt_nicht_weit_vom_Stamm

Das KE-lex fällt_nicht_weit_vom_StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm wird als Mehrworteinheit kontinuierlich realisiert.

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

• Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
{
KE:EntitätDer Apfel
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}
. • Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

20D056...D21086
Rathaus Voitsberg. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 12.05.2025.

Konstruktionselemente (KE) Kern Weitere Konstruktionselemente (KE)

Entität

Die KE:EntitätEntität wird als Nomialphrase realisiert. Die häufigste Realisierung ist Der Apfel.

Es wird eine metaphorische Nähe zwischen der KE:EntitätEntität und ihrem Ursprung (dem Stamm) ausgedrückt. Viele Realisierungen stehen noch in Verbindung (semantisch oder phonetisch) mit dem Apfel als Ursprungsausdruck des Sprichwortmusters oder mit dem Stamm. Der Slot kann allerdings auch völlig ohne Bezug auf das ursprüngliche Sprichwort gefüllt werden.

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

{
KE:EntitätDer Apfel
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}
, sagt das Sprichwort .

543659...0F9B2B
Frankfurter Allgemeine Zeitung
{
KE:EntitätDer Abfall
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}

1385FB...3CF502
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Zu meinem ÄRGER / /
{
KE:EntitätApple
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}

23643A...AEE927
Der Tagesspiegel
{
KE:EntitätDie Zelle
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}
/ / Reprogrammierte Zellen " erinnern " sich an ihr früheres Leben .

A00F35...1C43BF
Der Tagesspiegel
{
KE:EntitätDer Ball
fällt nicht weit vom StammKE-lex:fällt_nicht_weit_vom_Stamm
}

6A0A17...FC7A00
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Konstruktionselemente (KE) Nicht-Kern

Konstruktionselemente (KE) Korrelierende Elemente (KorE) exemplarisch

Stumpf, Sören (2016): Modifikation oder Modellbildung? Das ist hier die Frage – Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen modifizierten und modellartigen Phrasemen am Beispiel formelhafter (Ir-)Regularitäten, Linguistische Berichte 247, 317–342.
Steyer, Kathrin (2012): Sprichwortstatus, Frequenz, Musterbildung. Parömiologische Fragen im Lichte korpusmethodischer Empirie, in: Steyer, Kathrin (Hrsg.): Sprichwörter multilingual. Theoretische, empirische und angewandte Aspekte der modernen Parömiologie, Tübingen: Narr, 287–314.
Steyer, Kathrin / Hein, Katrin (2018): Usuelle satzwertige Wortverbindungen und gebrauchsbasierte Muster, in: Engelberg, Stefan / Lobin, Henning / Steyer, Kathrin / Wolfer, Sascha (Hrsg.): Wortschätze. Dynamik, Muster, Komplexität, Berlin/Boston: De Gruyter, 107–129.
Stutz, Lena (2024): „Wo ein Sprichwort ist, ist auch ein Muster.“ Korpusbasierte Studien zur Produktivität und Schematizität deutscher Sprichwortmuster, Linguistische Berichte 279, 246–306.